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ANLAUFSCHMERZEN
Loslaufschmerzen
Anlaufschmerzen werden manchmal auch als Loslaufschmerzen bezeichnet.
Der Begriff Anlaufschmerzen deutet darauf hin, daß diese Schmerzart nur Gelen ke betrifft, die beim Laufen beansprucht werden, also Hüft-, Kn ie und Fußgelen ke.
Anlaufschmerzen sind häufig das erste Anzeichen einer Arthrose. Im weiteren Verlauf gehen die Anlaufschmerzen in einen Bewegungsschmerz über und später treten dann noch Ruheschmerzen hinzu.
Eine Arthrose ist die häufigste Ursache für Schmerzen im Gelen kbereich. Sie ist eine vorwiegend degenerative (= abnutzungsbedingte) Gelen kerkrankung, hauptsächlich des Gelenkknorpels, die (mit großen Schwankungen) erst mit zunehmendem Alter auftritt.
Das Risiko, eine Ar throse zu bekommen, ist sehr hoch, vor allem im Alter. Bei über 70-jährigen Menschen ist bereits zu 80% eine solche vorhanden, während nur 4% der 20-jährigen eine Ar throse haben, Frauen sind häufiger betroffen.
Als Anlaufschmerzen (Loslaufschmerzen) bezeichnet man einen Schmerzzustand der nur bei Beginn einer Bewegung eintritt und dann wieder nachlässt.
Gar nicht so selten sehen wir Patienten, bei denen auch nach einer Hüftoperation (z.B. Endoprothese) Anlaufschmerzen verbleiben.
Die Symptome (= Krankheitszeichen) einer Art hrose
Nahezu alle Patienten (95 Prozent) mit Arthrose geben an, dass ihre Schmerzen zunächst bei Beginn eines Bewegungsablaufes als Anlaufschmerzen auftraten. Diese sehr häufig vorkommende sog. primäre Arthrose, erkennt man beim Ingangkommen des Körpers an der spontan auftretenden Verschlimmerung des Schmerzes in den befallenen Gelen ken. Nach längerem Ruhen sowie morgens kann auch Gefühl der Steifigkeit dazukommen. Die Anlaufschmerzen gehen nach einer kurzen Zeit zunächst wieder zurück und verlieren sich dann nach längerem Gehen oder bei Bewegung weitestgehend. Sie treten dann erst bei längerer Belastung wieder als Ermüdungsschmerz auf.
Ein Beispiel: wenn man Hüftgelenksarthrose hat und vom Stuhl aufstehen möchte, so tritt plötzlich ein stärkerer Schmerz ein, der sich nach längerem Gehen manchmal auch schon nach einigen Schritten wesentlich bessert. Dies sind typische Anlaufschmerzen (Loslaufschmerzen). Aber auch gerade morgens klagen viele, meist ältere Menschen, beim Aufstehen über generelle Anlaufschmerzen.
Beim weiteren Voranschreiten der A rthrose bestehen die Schmerzen dann während der gesamten Bewegung und schließlich auch in Ruhe.
Die Ursachen einer Art hrose
Bei nahezu allen Menschen
über 60 Jahren zeigt sich im Röntgenbild ein mehr oder weniger starker
Gelenkverschleiß. Besonders häufig finden sich die Abnutzungserscheinungen in
den tragenden Gelen ken, also den Kn
ie- und Hüf tgelenken. Eine Ar
throse kann aber auch
in den Fingergelen ken, den Ellbogengelen
ken oder Schultergelen ken sowie in den
Sprunggelen ken oder Zehengelen
ken vorkommen.
Die Gelenkknochen sind beim
Gesunden von einer glatten, besonders abriebfesten und zugleich elastischen
Knorpelschicht umgeben und durch den so genannten Gelenkspalt voneinander
getrennt. Hier befindet sich die Gelenkflüssigkeit (Synovia), die den
Gelenkknorpel mit Nährstoffen versorgt. Als so genannte Gelenkschmiere ist sie
auch für die weitgehend reibungsfreie Bewegung der Gelen
kknochen zuständig.
Zusammen mit dem Gelenkknorpel wirkt die Gelenkflüssigkeit zugleich als
Stoßdämpfer, der die Gelenkknochen vor allzu starken mechanischen Belastungen
schützt.
Diese scheinbar so ausgereifte Gelen k-Mechanik hat allerdings einen wesentlichen
Nachteil: Im Gegensatz zu anderen Geweben, beispielsweise der Haut oder dem
Knochengewebe, kann sich geschädigtes oder abgenutztes Knorpelgewebe beim
Erwachsenen nicht mehr vollständig regenerieren. Eventuell gebildeter
Ersatzknorpel ist nie so abriebfest und gut belastbar wie das Original.
Abgenutzter Gelenkknorpel hat eine raue, teilweise sogar ausgefaserte Oberfläche. Er ist weniger elastisch und kann mechanische Belastungen nicht so gut abfedern. Bei einem starken Stoß können kleine Knorpelteilchen absplittern und in die Gelenkflüssigkeit gelangen. Dies erschwert die "Schmierung" des Gelenks. In diesem Stadium entstehen nun die typischen Anlaufschmerzen.
Wenn das Gelen k nun länger „zwangsgeschont“ wird, z. B. wegen der Problematik durch die Anlaufschmerzen, verschlechtert sich die Ernährung bzw. Versorgung des Gelenkknorpels, und der Gelenkverschleiß nimmt zu. Ein Teufelskreis beginnt ... .
Ein weiterer Faktor zur
möglichen Bildung einer Ar throse mit damit
einhergehenden
Anlaufschmerzen ist
generell eine schlechte oder mangelhafte Durchblutung. Menschen mit Übergewicht
erkranken vermehrt an Ar throsen der tragenden Gelen
ke, besonders verbreitet sind Kniegelenkarth
rosen. Weitere Risikofaktoren für diese Art
hrosen sind
Verletzungen oder Operationen am Knie (z.B. Meniskusentfernung) und
Fehlstellungen der Bei ne (z.B. O- und X-Bei
ne, falsch gerichtete Knochenbrüche).
Die einseitige Belastung bzw. Überlastung verstärkt den normalen
Gelen kverschleiß zusätzlich. Hüftgelen
karthrosen können eine Folge von
angeborenen Fehlstellungen der Hüfte sein. Relativ häufig ist die so genannte Hüftdysplasie. Dabei umschließt die Hüftpfanne den Hüftkopf nicht vollständig.
Die dadurch verursachte Überlastung der zu kleinen Hüftpfanne schädigt zunächst
den Gelenkknorpel und damit letztendlich das gesamte Gelen
k.
Neben mechanischen Belastungen können auch einige Erkrankungen, wie bakterielle
Gelenkinfektionen, Rheumatoide Arthritis und Gicht
(Gichtarthritis), das Knorpelgewebe schädigen
Die Therapie der Art hrose
Im primären Stadium der Arthrose die durch diese Anlaufschmerzen (Loslaufschmerzen) gekennzeichnet ist, empfehlen sich v. a. durchblutungsfördernde Maßnahmen, Bewegung und Bewegungstraining. In vielen Fällen werden bereits div. Schmerzmittel verschrieben. Ultraschall, Wäme- und Kältetherapien kommen hier auch oft zum Einsatz.
Die Prognose einer Art hrose
Beim weiteren Voranschreiten der Arthrose werden die Schmerzen leider immer stärker so daß die anfänglichen Anlaufschmerzen schließlich während der ganzen Bewegung (Bewegungsschmerzen) und schließlich auch in Ruhephasen vorhanden sind, man spricht dann auch von Ruheschmerzen.
Bei der fortgeschrittenen Arth rose, oft auch aktivierte Arth rose genannt, kommen dann auch Entzündungszeichen wie Schwellung, Rötung und Überwärmung dazu. Ebenfalls ein typisches Zeichen einer fortgeschrittenen Arth rose sind Reibegeräusche. Diese Krankheitszeichen sind meistens so typisch für die Arth rose, dass zur Sicherung der Diagnose allenfalls noch eine Röntgenaufnahme erforderlich ist.
Leider sind
die Prognosen für eine fortgeschrittene Arth
rose nicht sehr gut. Oft sind chron.
Schmerzbilder die Folge.
Deshalb empfiehlt es sich gerade im primären Stadium der
Arth
rose, also schon beim Auftreten
von Anlaufschmerzen eine Therapie einzuleiten um das
Fortschreiten der Erkrankung zu verhindern.
Spezielle Schmerztherapie bei arthrosebedingten Anlaufschmerzen
Therapeutische Lokalanästhesie (= Behandlung mit einem örtlichen Betäubungsmittel)
Als nächst höhere Therapiestufe kommen wiederholte Ner ven- bzw. Leitungsblockaden in Frage, in hartnäckigen Fällen auch kontinuierlich mit Katheter*.
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Ner ven und Nervengeflechte: |
zugehörige Gelen ke: |
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||
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Plexus lumbalis (mittels |
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N. femoralis-Katheter): |
Hüftgelen k |
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N. femoralis: |
Kniegelen k |
|
|
|
|
N. ischiadicus: |
Fußgelen ke |
|
|
|
Grundsätzlich wird das
Lokalanästhetikum (= örtliche
Betäubungsmittel) jeweils so verdünnt
verabreicht, daß nur die Sensibilität
(= u.a. Schmerzempfindung) betroffen
ist, die Motorik (= Muskelfunktion)
aber erhalten bleibt und damit begleitend intensive, gelenkfunktionserhaltende
sowie funktionsfördernde krankengymnastische Übungsbehandlungen möglich sind,
bzw. bei einem stärkeren Schmerz durch Hemmung der Nozizeption
(= Schmerzreizleitung)
erst möglich werden. Diese Nervenblockaden haben darüber hinaus einen sehr
günstigen Nebeneffekt.
Durch die gleichzeitige Blockade vegetativer
Nervenfaseranteile kommt es im korrespondierenden Gewebebereich zu einer
sehr deutlichen Mehrdurchblutung, die jedem degenerativen
Prozeß nachhaltig entgegenwirkt. In diesem Sinne ist diese Behandlung bei
Arth rose
nicht nur
symptomatisch (= nicht nur auf den
Schmerz gerichtet), sondern auch kurativ (= heilend).
Aktuell
schreibt die Deutsche
Arth
rose-Hilfe e.V. dazu:
" Was tun gegen Art hrose in der Hü fte? Schmer zen
in der Hü fte können in vielen Fällen auf
eine Durchblutungsstörung
hinweisen, die sogar zu einem Zusammenbrechen des Hüftkopfs führen kann. Oft
entwickelt sich dann eine besonders schwere Ar t hrose des Hüftgelenks."
* Bei der sog. kontinuierlichen Nervenblockade mit Katheter wird der dünne Kunststoffschlauch dicht an Nervengeflechte bzw. den betroffenen Ner ven eingepflanzt. Die Einpflanzung erfolgt durch eine handelsübliche Kanüle hindurch, es muß also nicht „aufgeschnitten“ werden. In der Folge wird über diesen Katheter mehrmals täglich, jeweils nach Abklingen der vorangegangenen Dosis, das Lokalanästhetikum (= örtliche Betäubungsmittel) völlig schmerzlos nachgespritzt. In bestimmten Fällen kann zur Verabreichung des örtlichen Betäubungsmittel durch den Katheter hindurch auch eine kleine Pumpe angeschlossen werden.
Zuletzt noch gute Nachrichten für alle Schmerzpatienten
Sozialgericht stärkt die Rechte von Schmerzpatienten gegenüber den Rentenversicherungen. Danach hat ein Schmerzpatient ein Recht darauf , in einer schmerztherapeutischen Klinik behandelt zu werden. Hier gelangen Sie zu dem Urteil. Pressemitteilung dazu: http://www.pressetext.de/pte.mc?pte=051207009&phrase=schmerzklinik. Mittlerweile gibt es diesbezüglich ein weiteres Urteil, diesmal vom Landessozialgericht Hamburg: www.schmerzklinik.com/sozialgericht2 oder auch https://www.pressetext.at/pte.mc?pte=070710027&phrase=Schmerzklinik.
Alle gesetzlich Krankenversicherte haben mittlerweile Rechtsanspruch auf eine Rehabilitation und die Patienten dürfen sich ihre REHA-Klink sogar selbst aussuchen (nur zugelassene Einrichtungen wie z.B. unsere). Weiter Einzelheiten erfahren Sie hier (einfach anklicken), oder auch der Orginalseite der Bundesregierung: http://www.die-gesundheitsreform.de/gesundheitssystem/themen_az/infoblaetter/rehabilitation/index.html?param=st
Auch daß für eine Rehabilitation bei Berufstätigen automatisch die Rentenversicherung zuständig ist, stimmt so nicht (mehr). Führen z.B. chronische Schmerzen nicht zu einer Beeinträchtigung der Arbeitsfähigkeit, so ist die Krankenkasse selbst Kostenträger und nicht die Rentenversicherung.
Die Klinik im Film - Zu einem 3-min. Fernsehbeitrag über Schmerzbehandlungen gelangen Sie hier (einfach anklicken).
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